"Schlagfertig" - "Stickcontrol" - "Rappelkiste"

Die Schlagzeugensembles der Musikschule Südliche Bergstraße

Virtuosen des „Ratatatam“
Die Musikschule Südliche Bergstraße präsentierte
„Rappelkiste“ und „Stickcontrol“



(Kob) Man muss sich einmal klarmachen, was das für die Stadt bedeutet:
Wiesloch hat einen musikalisch-percussiven „Stoßtrupp“ von enormer Schlagkraft in Gestalt der Ensembles „Rappelkiste“ und „Stickcontrol“. Anführer beider Gruppen ist Benjamin Wittiber, der sich derzeit einen geeigneteren Probenraum wünscht als den jetzt zur Verfügung stehenden… Im Mittelalter zog man mit  Trommeln und Pfeifen gerüstet zu Felde oder man spielte für einen Übeltäter das „Bumberleinbum“. Ein dumpfer Trommelwirbel war also das Letzte, was er in seinem Leben hörte. Auch Zirkusartisten nutzen den Wirbel der Schnarrtrommel vor dem dreifachen Saldo. Die Trommel hat die Macht, sie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg, und wenn sie mal ruhte, klapperten auf ihr früher die Würfel des verbotenen Glücksspiels am Lagerfeuer. Heute faszinieren die Drummer ganze Musik-Arenen. Im Bewusstsein ihrer Bedeutung hatten sich die beiden Ensembles der Musikschule Südliche Bergstraße für die Aufführung im Kulturhaus stilvoll in Schwarz gekleidet. Das war angemessen, denn ihr Geschäft ist einigermaßen ernst. Sie können, was andere im Traum nicht zu Wege bringen. Sie bestimmen mit ihrer elitären Kunst den geheimnisvollen Pulsschlag unseres Lebens. Wenn er endet, kann keine Trommel ihn zurückbringen. Sie kann nur wie bei Trauermärschen klagen. Die Trommel ist kein Spielzeug. Wo sie erklingt, herrscht Leben. Dies bezeugte Leila Said am Drum Set mit ihrem furiosen Solostück von Joachim Sponsel. Ihr Schlagwirbel grenzte ans Geniale. Klugerweise hat die „Rappelkiste“ bei der Stücke-Auswahl den scharfen Klang der kleinen Trommeln abgemildert durch Xylophone, Metallophone und kleine Handinstrumente. Dabei kamen dann nicht nur Percussions-Ereignisse, sondern auch dezente Melodien heraus. Die Komponisten und Arrangeure für diese Stücke hatten jeweils so illustre Namen wie Eckhard Kopetzki, Joachim Sponsel, Prof. José J. Cortillo und Timm Pieper. Wenn die Percussionisten bei einer Probe gerade kein Instrument zu Hand haben, setzen sie eben ihren Körper ein. Solche Erfahrungen können sie natürlich auch mit Erfolg zum Beispiel Sängern oder anderen Instrumentalisten vermitteln. In der sich anschließenden Pause fand der Getränkestand des Fördervereins regen Zuspruch. Für das Programm danach mit der Gruppe Stickcontrol wirkte es ungemein abrundend, dass sich  Manuel Held mit seinem E-Bass eingliederte. Sein Instrument bietet Melodieanteile und Rhythmuskomponenten zugleich. Im zweiten Teil waren Komponisten wie Tito Puente, Charly Wambold, Bruno Mars, Mongo Santamaria, A. C. Jobim, Stevie Wonder und Ary Barroso vertreten. Da wurden beim Hörer die verschiedensten Bilder  beschworen: ein Marsch blecherner Mars-Ritter, ein afrikanischer Kriegstanz, die portugiesische „Saudade“ (im Arrangement von B. Wittiber) und schließlich das unsterbliche „Brazil“ von Ary Evangelista Barroso. Der zum Beispiel war Jurist, Sportreporter und einer der populärsten Komponisten und Sänger der 1940er und 1950er Jahre. Was lernen wir daraus? – Aus den Reihen der Jungmusiker/Innen mausern sich immer wieder mal kleine oder größere Genies heraus. Die Talente der Aufführung wirkten handverlesen und spielten mit bewundernswerter Exaktheit. Zum ersten Ensemble (Rappelkiste.) gehörten Philipp Brodkorb, Paul Förderer, Philipp Gutzeit, Cornelius Hüther und Leonard Arndt. Dem etwas fortgeschritteneren  Ensemble (Stickkontrol)gehörten Robert Brede, Janis Löhrich, Leila Said, Fleur Häußermann, Jacqueline Steinmann und Luca Bachteler an. Ein weiterer Mitwirkender war Julian Schork. Es spricht für das Konzert der beiden Percussionsgruppen, dass es von Anfang an mit begeistertem Applaus der  zahlreichen Besucher begleitet war.



(Dieser Text kann mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Neckar-Zeitung
und Frau Agnieszka Dorn veröffentlicht werden. RNZ 27.05.15)
Schlagfertig, virtuos, grandios
Musikschule Südliche Bergstraße bot klangvolles Perkussionskonzert
im Kulturhaus Wiesloch.




(agdo) Ein Hauch von Afrika gepaart mit fernöstlichen Zauber wehte jüngst durch das Wieslocher Kulturhaus. Die beiden Schlagzeugensembles, „Schlagfertig“ und „Stickcontrol“ der Musikschule Südliche Bergstraße entführten die Besucher unter dem Motto „Percussion in Konzert“ unter der Leitung von Benjamin Wittiber auf eine musikalische Reise durch verschiedene Länder. Temperamentvolle afrikanische Klänge prallten auf ruhige fernöstliche Töne, die Reise ging mit feurigen Sambarhythmen auch nach Brasilien. Die Besucher bekamen unterschiedliche Perkussionsinstrumente wie Marimbafone, Timbales – ein kubanisches Trommelinstrument aus Metalkesseln – ,Vibrafon, Pauken, Drumset, Glockenspiel und verschiedene kleinere lateinamerikanische Perkussionsinstrumente zu hören und ließen sich von der schönen Musik mitreißen. Das Konzert war gleichzeitig auch ein Jubiläumskonzert, denn die beiden Schlagzeugensembles feiern dieses Jahr 20-jährige Bestehen. Es sei schön, dass trotz Pfingstferien viele Besucher zum Konzert gekommen seien, sagte Benjamin Wittiber zum Beginn. In der Tat war das Kulturhaus gut besucht, unter den Zuhörern waren auch viele Kinder - und diese staunten, welche Töne und Klänge man mit originellen Instrumenten erzeugen kann. Los ging es mit einer „Sonatina“ des russischen Komponisten Alexander Tscherepnin. Pianistin Brigitte Becker und Benjamin Steinmann an der Pauke spielten das mal fröhlich, mal geheimnisvoll klingende Stück, das ein schöner Einstieg in das Perkussionskonzert war. Mit dem Schlagzeugensemble „Stickcontrol“ ging es weiter, die Schüler entführten die Zuhörer mit einer Mischung aus afrikanischen und asiatischen Klängen sowie lateinamerikanischen Rhythmen gedanklich in ferne Länder. Mit dem Stück „ChaCha La Cacha“ von José J. Cortijo ging es in den karibischen Inselstaat Kuba.  Von dort ging es weiter nach Brasilien mit dem Werk „Samba Batucada“, temperamentvolle lateinamerikanische Melodie durchströmte das Kulturhaus und einige Besucher wippten den Takt mit den Füßen mit. Die Schüler Lorena Hunger, Leila Said und Julian Schork sorgten mit dem Stück „Marimba Trio No.1“ von Eric Zak für musikalische Abwechslung: Das Trio spielte das Stück auf drei Marimbafons und die Melodie klang fernöstlich und beruhigend. Das Publikum war von der tollen Darbietung des Ensembles begeistert und es gab viel Applaus. Nach der Pause machte „Schlagfertig“ weiter. Um es vorwegzunehmen: Der Name des Ensembles ist Programm. „Schlagfertig“ bot einen schönen Kontrast zum ersten Teil des Konzerts und so ging es nach der Pause temperamentvoll und virtuos weiter. Die Schüler spielten „Los Bassos“ und „Swing Break“ von Timm Pieper und die Besucher applaudierten lang anhaltend. Virtuos erklang auch „Tarantellas“, das Stück hatte Benjamin Wittiber arrangiert. Auch das Ensemble „Schlagfertig“ entführte das Publikum mit dem ein oder anderen Stück gedanklich an einen anderen Ort, beispielsweise mit dem Stück „Tequilla Sunrise“ von Eckhard Kopetzki. Ein Wort genügt um das Konzert zu beschreiben: grandios.



(Dieser Text kann mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Neckar-Zeitung
und Frau Maria Bierwald veröffentlicht werden. RNZ 12.04.14)

Trommel, Marimbafon und sogar Tacker gaben den Ton an
„Percussion in Concert“ der Musikschule Südliche Bergstraße begeisterte
und amüsierte das Publikum im Kulturhaus-Saal



Eine große Vielfalt an Percussion-Instrumenten, darunter auch Büro-Utensilien,
ließen Schüler der Musikschule Südliche Bergstraße im Kulturhaus erklingen
Fotos: Dorothea Burkhardt

Wiesloch. (mbi) Zu einem großen Konzert hatte die Schlagzeugklasse von Benjamin Wittiber an der Musikschule Südliche Bergstraße in den großen Saal des Kulturhauses eingeladen. Mit einem Capricietto für Pauken und Klavier eröffneten Benjamin Steinmann (Pauken) und Markus Reich (Klavier) selbstbewusst das Konzert. Anschließend präsentierte sich das Ensemble „Trommelbande“ mit einem dynamisch interessant gestalteten Parademarsch. Valentin Frank, Leila Said, Julian Schork, Nicolas Heuss, Jan Beunings und Fleur Häußermann boten das Stück auf verschiedenen Trommeln und Becken dar. Julian Schork zeigte seine virtuosen Fähigkeiten auf dem Marimbafon mit „Furioso und Valse in d-minor“. Fließende Triolenbewegungen bewältigte er in geschmeidigem Walzerrhythmus. Die „Trommelbande“ präsentierte anschließend mit „Belo Horizonte“ süße Klänge im präzisen Latin-Rhythmus. Florian Held (Kontrabass) und Markus Reich (Klavier) spielten ein Jazzstück – völlig ohne Schlagzeug: „Night Song“ von Everett Gates. Die beiden jungen Männer musizieren sehr viel mit den Schlagzeug- Ensembles der Musikschule, daher durften sie sich selbstverständlich auch einmal ohne Rhythmusgruppe ins Rampenlicht stellen. IhrStückhatte einen eher nachdenklichen, ruhigen Charakter. Mit einem Arrangement der berühmten „Pizzicato Polka“ von Johann Strauss zeigte die „Trommelbande“ auf verschiedenen Mallet-Instrumenten, dass eben nicht nur Jazz auf Marimbafonen gut klingt. Zum Abschluss des ersten Konzertteils gab es noch das überaus humorvolles Stück „Bürozeit“ zu hören. Ausgerüstet mit Tassen, Löffeln, Computertastaturen, klickenden Kugelschreibern, Linealen, Tackern und etlichen anderen Büro-Utensilien, führten sie vor, wie Hobbyschlagzeuger im Büro immer noch präzise rhythmisch und witzig zusammenarbeiten können. Sie ernteten dafür viel Applaus vom amüsierten Publikum, das sich dann in der Pause vom Elternbeirat mit Erfrischungen bewirten ließ. Das Ensemble „Schlagfertig“ , bestehend aus Lorena Hunger, Marco Hunger, Philipp Schöberl, Nicolas Heuss, Benjamin Steinmann, Julian Schork, Klaus Brandt und Florian Held eröffnete mit dem Latin-Stück „Saltina“ den zweiten Konzertteil. Als Solist war Marco Hunger konzentriert mit einer „Gigue“ auf Trommeln und Toms zu hören. Das Ensemble „Schlagfertig“ präsentierte „La Samba“ in einem geschickten Arrangement ihres Lehrers Benjamin Wittiber mit südamerikanischem Flair. Auch LorenaHunger trat als souveräne Solistin auf. „Rhythm and Dance“, eine farbenreiche Komposition ihres Lehrers Benjamin Wittiber, spielte sie lebendig und mit großer Beweglichkeit. Die Gruppe „Schlagfertig“ trug das bekannte „Blue Rondo Alla Turk“ von Dave Brubeck sehr feinfühlig vor. Ein großes Solo fürE-Bass gabdemStück den besonderen Kick.Als Percussion-Duo mit absolut präzisem Zusammenspiel überzeugten Philipp Schöberl und Marco Hunger mit „Motion No. 2“. Mit „Cha Cha Rufus“ beendete das Ensemble „Schlagfertig“ das gehaltvolle Konzert mit einer großen Vielfalt an Mallet- und Percussioninstrumenten. Nun spielte auch der Lehrer und Leiter Benjamin Wittiber an den Congas selbst mit. Das Publikum im Kulturhaus applaudierte begeistert und forderte lautstark nach einer Zugabe. Nach demDank an alle Beteiligten bildete eine stattliche Schar von jungen Schlagzeugern ein großes Ensemble aus Snare-Drums und verabschiedete sich mit dem Titel „Struttin“ von ihrem Publikum. 


(Dieser Text kann mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Neckar-Zeitung
veröffentlicht werden. RNZ 07.06.11)

Wer die Augen schloss, der wähnte sich in der Karibik
Die Schlagzeug-Ensembles der Musikschule Südliche Bergstraße
hatten zum Konzert geladen - Lateinamerikanische Rhythmen


Wie vielseitig die Percussioninstrumente sind, demonstrierten die Ensembles der Musikschule Südliche Bergstraße bei ihrem Konzert im Kulturhaus. Foto: Pfeifer

Wiesloch. Zu ihrem jährlichen Konzert hatten die Schlagzeug-Ensembles „Schlagfertig“ und „Trommelbande“ ins Kulturhaus eingeladen. Das gut besetzte Forum erlebte die gesamte Vielfalt des Schlagwerks. Außer an den Stabspielen Marimbafon und Vibrafon und dem Drumset agierte die 13-köpfige Truppe von Benjamin Wittiber auf vielfältige Weise. Die Trommelbande eröffnete das Konzert mit „Greetings to Herman“. An Pauken, Trommeln und Percussioninstrumenten aller Art wechselten sich Solodarbietungen mit zum Teil komplexen Ensembleleistungen ab. Das Programm war besonders abwechslungsreich, denn „das Schlagzeug kommt in allen Stilepochen und in jedem Land der Erde vor“, so Wittiber. Mit Kompositionen wie der Drumsetsuite von Mancini sowie dem Stück „Bonham“ (eine Hommage an den Schlagzeuger der Rockband Led Zeppelin) oder dem Marimbatrio No.1 bewiesen die Schlagzeuger beeindruckend ihr Können. Auch in den Pausen kam der Zuschauer auf seine Kosten. Allein die Aufbaulogistik verlangte den Schülern viel ab und sie meisterten auch diese Aufgabe mit Bravour. Mit viel Gespür für seine Schüler hielt Benjamin Wittiber immer die Fäden in der Hand. Und er lieferte sogar eine eigene Komposition als Vorlage (Morning Dance) für ein beindruckendes Marimbasolo von Joachim Schwane. Dieses Solo wurde durch Johannes Stier und Andreas Schwab zum Trio ergänzt und produzierte den vollen Marimbafonsound von gleich drei Marimbas. Zum Abschluss agierte wieder das Ensemble „Schlagfertig“. Eigentlich schade, dass kein Platz zum Tanzen war, denn die Füße des Publikums standen bei Cha-Cha-Cha, Songo, Montuno und anderen lateinamerikanischen Rhythmen nicht mehr still. Wer die Augen schloss, wähnte sich in der Karibik oder auf Kuba. Schulleiter Bjoern Strangmann zeigte sich in seiner Ansprache begeistert von der Leistung des Fachbereichs Schlagzeug an der Musikschule Südliche Bergstraße. Das nächste Konzert dieser Schlagzeugklasse kommt bestimmt und ist unbedingt zu empfehlen.


(Dieser Text kann mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Neckar-Zeitung
veröffentlicht werden. RNZ 29.07.10)

Trommelrhythmen rissen die Zuhörer mit
„Konzert der Stadt“ mit mehreren Ensembles der Musikschule


Auf dem malerischen Schlossplatz in Walldorf gaben mehrere Ensembles der Musikschule Südliche Bergstraße ein Open-Air-Konzert. Den Anfang machten die Schlagzeug-Gruppen „Trommelbande“ und „Schlagfertig“ (unser Bild). Foto: Pfeifer

Walldorf. Unter freiem Himmel traten beim „Konzert der Stadt“ auf dem malerischen Schlossplatz neben der Laurentiuskapelle gleich mehrere Ensembles der Musikschule Südliche Bergstraße auf. Prof. Gerald Kegelmann, Musikbeauftragter der Stadt, wies darauf hin, dass im Rahmen der Konzertreihe üblicherweise nur professionelle Musiker auftreten. Kegelmann wollte dem Publikum nun aber einmal zeigen, wie die Anfänge einer großen Karriere aussehen können. Vielleicht sei der eine oder andere der jungen Musiker später einmal in der Laurentiuskapelle zu hören. Zusätzlich sprach Kegelmann von einer engen persönlichen Verbundenheit mit der Musikschule. Er sei vor 41 Jahren als Musiklehrer am Gymnasium in Walldorf und als evangelischer Kantor in Wiesloch maßgeblich an der Gründung der Musikschule beteiligt gewesen. So sollte das Konzert quasi ein Nachklang zum 40 jährigen Jubiläum im letzten Jahr werden. Den zahlreichen Besuchern wurde einiges geboten. Unter der Leitung von Benjamin Wittiber traten zwei Schlagzeug Ensembles der Musikschule mit einem mitreißenden Programm auf. Die Nachwuchsgruppe „Trommelbande“ meisterte ihren erst dritten öffentlichen Auftritt bravourös. Wittiber hatte die „Bande“ stets gut im Griff und so zogen die packenden Rhythmen von „Pole Position“, „Cha Cha à la Cacha“ und die „African Drums“ die Zuhörer in ihren Bann. Sehr professionell und bühnenerprobt erwiesen sich die sieben jugendlichen Mitglieder des Schlagzeugensembles „Schlagfertig“. Der Name ist Programm: Hier wird auf hohem Niveau musiziert. Zu Trommeln, Schlag und Percussionsinstrumenten gesellten sich ein Xylofon und drei Marimbafone. Beeindruckend war, dass die jungen Schlagwerker alle Instrumente gleichermaßen hervorragend und souverän beherrschten. Fliegende Wechsel der Instrumente innerhalb eines Stückes gelangen mit einer verblüffenden Leichtigkeit. Mitreißende Rhythmen klangen über den Schlossplatz und Dirigent Wittiber legte schließlich den Dirigentenstab beiseite und griff selbst zur Trommel. Ein kleiner Steppke unter den Zuschauern fühlte sich inspiriert und funktionierte seinen Klappstuhl kurzerhand zur Trommel um, um mitmachen zu können. Das schwungvolle Programm der Schlagwerker wäre ein eigenes Konzert wert gewesen, im Verbund mit den folgenden Streichern fiel der Vortrag aber leider etwas zu lang aus.



(Wieslocher Woche Nr. 23 / Mittwoch 03.06.09)
 
Percussions-Konzert der Musikschule Südliche Bergstraße 
Was klingt besser - leere Bier- oder Weinflaschen?
 
(kob). Manche konnten meinen, der Musikschule seien die Mittel für Instrumente ausgegangen, als sie auf der Bühne des Minnesängersaals die zum Klingen gebrachten Bier- und Weinflaschen, Blumentöpfe und Messbecher sahen.
Aber dahinter stehen rein didaktische Ziele. Denn im Reich der Percussion setzten die Menschen seit Urzeiten alle sein, was Töne von sich gab, selbst die klappernden Knochen erlegter Feinde. Das will nicht bedeuten, dass ein Percussionskonzert auch heute noch mit archaischen Mitteln über die Bühne geht. Die Instrumente sind vielmehr technisch genau so ausgefeilt wie das übrige Instrumentarium
eines Orchesters, und die Qualität der Percussionsstücke lässt absolut nichts zu wünschen übrig. Sie setzen überdies eine spezifisch gesteigerte rhythmische Begabung der Spielerinnen und Spieler voraus.


Die „Trommelbande“ machte den Auftakt eines sehr schwungvollen Konzertes,
das unter der Leitung von Benjamin Wittiber stand (re.) Fotos: KHP
 
Auch hatte man an diesem Abend den Eindruck, dass ausnahmslos eine Art
Eliteschüler am Wirken war. Das zeigte schon die junge "Trommelbände" mit einer Reihe von ausgefeilten Spielstücken, die lebendige Dschungel- oder Savannen-Szenerien beschrieben. Als Höhepunkt ihres Auftritts darf man wohl den einzigartigen und weltbekannten Säbeltanz von Aram Khatschaturian betrachten,
der als berauschend-bedrohliches Szenario ablief. Eine bemerkenswerte Variante stellte das barocke Allegro von J. H. Fiocco dar, bei welchem Selina Rensch das Klavier als Begleitinstrument und Lorena Hunger das Marimbafon als Melodieinstrument spielten. Vom Klangspektrum her wirkte das Marimbafon in dieser Situation deutlich umfassender. Deswegen werden Instrumente dieser Art auch etwa seit den vierziger Jahren in die moderne sinfonische Musik eingegliedert. Schlagzeugmusik geht unmittelbar ins Blut, was sich an den Publikumsreaktionen gut ablesen ließ. Offenbar hat der Mensch seit Menschengedenken als Kind nicht nur die Wiegenlieder der Mütter, sondern auch die stampfenden Tänze der Väter verinnerlicht. Bestes Beispiel hierfür war das sehr maskuline, fast  martialische Stück  der Gruppe "Schlagfertig"  mit dem Titel "Drumhands". Die Gruppe lieferte nach der Pause auch einige Stücke aus dem Bereich der Minimal- und seriellen Musik.


Die fünf Drummer von der Gruppe „Schlagfertig“ überzeugten mit ausgefeilten Arrangements.

Der Komponist Steve Reich war als solcher z. B. sofort erkennbar. Sehr authentisch wirkt auch immer die  Sphäre der lateinamerikanischen Musik, bzw. die der Karibik.
Hier lassen sich im Zusammenspiel von Marimbafon, Vibrafon, Xylofön, Bongos, Congas und sonstigen  Percussionsinstrumenten viele Stimmungen  beschwören.
Natürlich war es Ehrensache, dass jeder der fünf jungen Herren der Gruppe "Schlagfertig" seine genuinen Fähigkeiten am Drumset bewies. Insgesamt wurde es wegen des ständigen Umbaus der sperrigen Instrumente und der in den Partituren eingebauten vielen Da-Capo-Zeichen ein sehr langer Abend. Die Begrüßung übernahm an diesem Abend Musikschulleiter Georg Hartlieb. Die Instrumentenvorstellung lieferte Jan Nohe.
Der im Dauereinsatz  befindliche  Leiter des Ganzen war Benjamin Wittiber.
Er präsentierte zusammen mit seiner Kollegin Wessela Kostowa-Gieseke, die wie er auf vielen Sektoren ihres Fachs aktiv ist, mit "Chega de saudade" einen brasilianischen Bossa-Nova-Song in der Form eines von Wittiber bearbeiteten Marimba-Duos.
 
Zum Ensemble "Trommelbande" gehörten Bastian Bräker, Joschka Diggs, Nicolas Heuss, Lorena Hunger, Phillip Schöberl, Jan Beunings und Pia Kohm;
vom Ensemble "Schlagfertig" wirkten mit: Markus Euchner, 'Johannes Lazarus,
Johannes Willinger, Johannes Stier, Marco Hunger und Philipp Meyer.
Wichtige Schlagzeug-Einsätze hatte auch Oliver Pfeiffer.
Als Dankeschön erhielten sie zum Schluss von Herrn Wittiber bündelweise
Trommelschlägel, aus denen sie garantiert kein Kleinholz machen werden.

(Dieser Text kann mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Neckar-Zeitung
veröffentlicht werden. RNZ 25.05.09)

Schlagzeuger zeigten ihre ganze Bandbreite
Die Ensembles „Schlagfertig“ und „Trommelbande“ der Musikschule
gaben ein gemeinsames Konzert

Eine Vielfalt verschiedenster Schlag-Instrumente kam beim Konzert der Musikschule-Ensembles „Schlagfertig“ und „Trommelbande“ im Palatin zum Einsatz. Foto: Pfeifer

Wiesloch. (pen) Blumentöpfe, Flaschen und Dosen wirbeln durch die Luft, wenn die Schlagzeuger in Aktion sind. Wie vielfältig die Möglichkeiten sind, mit denen ein Drummer Musik zaubern kann, erlebten die Besucher bei „Percussion in Concert“ im Palatin.
Die Musikschule Südliche Bergstraße besitzt mit der „Trommelbande“ und „Schlagfertig“ gleich zwei Percussion Bands, die zusammen ein schlagkräftiges Ensemble bilden. Sie gehörten zu den „Aushängeschildern“ der Musikschule, wie ihr Leiter Georg Hartlieb vor Beginn des gut besuchten Konzerts im Minnesängersaal betonte.
Da es im Jubiläumsjahr der Musikschule – sie feiert 40jähriges Bestehen – eine Reihe verschiedenster Konzerte gibt, lernten Interessierte die ganze Bandbreite der Musikschule kennen. Mit „Drummers’ Circus“ – einem klangvollen Kaleidoskop aus Percussion Instrumentarien – eröffnete die „Trommelbande“ den Abend. Mit diesem Stück soll laut Schlagzeuglehrer Benjamin Wittiber den Schülern der Zugang zu neuen Klängen eröffnet werden. Mit Blumentöpfen, Flaschen und Dosen werden Pferdegetrampel, tanzende Elefanten und feurige Löwen nachgeahmt. Zum Nachwuchsensemble „Trommelbande“ gehören Bastian Bräker, Joschka Diggs, Nicolas Heuss, Lorena Hunger, Phillip Schöberl,
Jan Beunings und Pia Kohm. Mit ihrer musikalischen Weltreise wurde das Publikum bestens unterhalten. Den zweiten Teil des Konzerts bestritt vorwiegend das Ensemble „Schlagfertig“, das aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen besteht.
Markus Euchner, Johannes Lazarus, Johannes Willinger, Johannes Stier, Marco Hunger und Philipp Meyer spielten Stücke wie „Cha Cha Rufus“, „Belo Horizonte“ oder „Samba Batucada“. Als Solist trat Oliver Pfeiffer mit dem Stück „Beatbuster“ auf.
Zum Einsatz kam eine große Vielzahl bekannter und weniger bekannter Schlaginstrumente wie Glockenspiel, Congas, Bongos, Cajon, Güiro, Shaker, Tambourine, Triangel, Cowbell, Maracas.
Neben der Unterhaltung kam auch die Information nicht zu kurz, denn in drei Vorträgen erfuhren die Zuschauer von Jan Nohe Geschichte,
Herkunft und Spielweise von Schlagzeug, Marimbaphon und Vibraphon.
Vorläufer des Schlagzeugs waren die afrikanischen Handtrommeln. Die Erfindung des Bass Drum Pedals im Jahr 1887 ebnete den Weg für das Schlagzeug, wie wir es heute kennen. Im Jahr 1899 folgte bereits die erste Serienproduktion.
Das Marimbaphon ist ebenfalls ein Schlaginstrument und gehört zur Familie der Xylophone. Eine Weiterentwicklung ist das Vibraphon.
Mit beiden Instrumenten kann man vor allem exotische Klangmelodien erzeugen, wie auch im Konzert gezeigt wurde.

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Mit dieser Website möchten wir Ihnen unser Schlagzeugensemble „Schlagfertig“ vorstellen und näher bringen. Ensemblearbeit ist eine der wichtigsten Mittel, seine erlernten Fähigkeiten mit anderen zu teilen und zu erleben. Gerade beim Instrument „Schlagzeug“ ist dies besonders wichtig, da z. B. in einer Band oder im Orchester meist nur wenige Schlagzeuger eingesetzt werden. Deshalb haben wir das Schlagzeugensemble „Schlagfertig“ gegründet. Der Anfang war gar nicht so einfach, da die Grundvoraussetzung für ein harmonisches und interessantes Zusammenspiel eine gewisse Grundausstattung an Schlaginstrumenten erfordert. Mit etwas Zeit und Geduld konnte aber auch dieses Problem gelöst werden. Hin und wieder müssen dafür natürlich auch Privatinstrumente eingesetzt werden. Nachdem sich die Grundbesetzung ein Anfangsrepertoire erarbeitete, wuchs mit der Zeit ein reges Interesse an. Nach ein paar Auftritten war schnell jedem der Mitglieder klar, worum es bei dem Ensemble geht, und wie viel Spaß es machen kann miteinander zu musizieren. Die Resonanz beim Publikum war sehr positiv und spornte alle an, weiterzumachen und die Fähigkeiten bewusster und gezielter zu verbessern.